Möbelstile

Möbelstile sind grundsätzlich charakteristische Merkmale, die sich durch ähnliche, vergleichbare oder einheitliche Beschaffenheit oder Formgebung auszeichnen. Dabei können sich solche Stile sowohl auf eine Epoche als auch auf ein Gebiet, einen bestimmten Designer, Tischler bzw. Schreiner oder eine Werkstatt sowie auch auf einen Trend oder ein Lebensgefühl beziehen. Hier sei nur an die Entstehung bzw. Weiterentwicklung der früheren Bauernmöbel zum heutigen Landhausstil und die verschiedenen Ausprägungen des Landhausstils in Form des skandinavischen, britischen, französischen, alpinen oder auch mediterranen Landhausstils zu denken. Weitere Stile, die an sich keine sind, sondern sich aus einem Trend entwickelt haben, sind beispielsweise der Industrial Style, der Hygge Style oder der Shabby Chic, sowie die diversen Ausprägungen des Retro- oder Vintage-Stils.

Welche Merkmale besitzen Möbelstile

Die Merkmale der einzelnen Möbelstile sind selbstverständlich komplett verschieden, allerdings sollte immer bedacht werden, dass sie zudem in der Regel nicht statisch sind und das sich im Laufe der Zeit auch gänzliche neue Stile entwickeln können, die mit den bisherigen Stilen nichts oder nur wenig gemeinsam haben. Hier sei nur an die Unterschiede zwischen Jugendstil und Industrial Style zu denken, um einmal zwei Extreme zu nennen. Trotzdem besitzen die jeweiligen  Möbelstile an sich natürlich charakteristische Merkmale, die sich nicht nur in Hinblick auf den Entstehungszeitraum bzw. die Epoche festmachen, sondern die sich vor allem auf die Verwendung bestimmter Materialien und Designs beziehen. So besitzen die Landhausmöbel des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts ein anderes Design als die Möbel des Bauhausstils oder des Industrial Style.

Möbelstile für die eigene Einrichtung nutzen

Wer einen bestimmten oder auch verschiedene Möbelstile für die eigene Einrichtung nutzen und sich dabei nicht nur mit Möbeln von der sprichwörtlichen Stange einrichten möchte, sollte bereits im Vorfeld einige Überlegungen anstellen. So ist es erstmal wichtig zu überlegen, wie das fertige Einrichtungskonzept aussehen soll bzw. in welchem Ambiente man sich wohlfühlen könnte. Wer also keine Metalle in seiner Einrichtung haben möchte und dafür helles Holz bevorzugt, sollte sich gegen den Industrial Style und für den Landhausstil entscheiden. Wer dagegen dunkle und elegante Möbel ohne Kratzer und Schrammen bevorzugt, wäre mit dem eleganten Kolonialstil gut beraten und sollte sich aber gegen den Shabby Chic entscheiden, denn dieser besitzt als eindeutiges Merkmal kleine und größere Gebrauchsspuren, um nur einige Überlegungsbeispiele zu nennen.

Mit verschiedenen Stilen gekonnte Effekte erzielen

Darüber hinaus ist es gar nicht zwingend notwendig, sich für einen bestimmten Stil zu entscheiden und diesen dann unter allen Umständen beizubehalten, denn viele Einrichtungskonzepte leben schlicht und ergreifend vom Stilmix. So kann es sinnvoll sein, gerade in Hinblick auf den Landhausstil auch Möbel und Accessoires im Shabby Chic zu nutzen. Dies gilt auch dann, wenn man eigentlich keine Gebrauchsspuren auf seinen Möbeln haben möchte, denn es macht den Stil weicher und natürlicher, so dass die Einrichtung nicht wie frisch aus dem Möbelhaus wirkt. Dabei müssen gar keine Gebrauchsspuren an den Möbeln vorhanden sein, denn auch verschiedene Raum- und Wohntextilien können diesen Effekt erzielen, so dass es sich lohnt, auch auf Flohmärkten und Kunsthandwerkermärkten nach dem einen oder anderen interessanten Stück zu recherchieren und die Abmilderung eines Möbel- und Einrichtungsstils einfach den Accessoires zu überlassen.

Möbel perfekt in Szene setzen

Um Lebensräume zu kreieren und den eigenen Wohlfühl-Style finden zu können empfiehlt es sich, die eigenen Möbel perfekt in Szene zu setzen, denn oftmals können schon veränderte Raumkonzepte Wunder wirken und ein neues Lebensgefühl verursachen. Wichtig ist dabei, dass die Möbel zum Raum passen müssen. Schwere wuchtige Möbel in kleinen Räumen wirken immer erdrückend. Ebenso macht es wenig Sinn, kleine zierliche Möbel in einem weitläufigen Loft von der Größe einer Maschinenhalle und mehreren Meter hohen Räumen zu platzieren. Wer seine Möbel und seinen Einrichtungsstil inszenieren möchte, muss also beim Raum und der Raumgestaltung anfangen und nicht erst bei den Möbeln. Haus- und Wohnungseigentümer, die farbige Wände bevorzugen, sollten dies bei der Wahl ihrer Möbel und ihres Einrichtungsstils ebenfalls berücksichtigen, denn oftmals kann alleine die Wandfarbe bereits wahre Wunder wirken und einen bestimmten Möbelstil nahelegen oder auch komplett ausschließen. Kleine Räume können zudem mit Spiegeln und halbhohen Möbeln optisch erweitert werden, wohingegen schräge Wände durch Einbaumöbel zusätzlich in Szene gesetzt werden könnten.

Verschiedene Möbelstile kombinieren? Geht das?

Wer sich bei der Eirichtung seiner Wohnung oder seines Hauses nicht auf einen Möbelstil festlegen möchte, sollte am besten überlegen, was sich kombinieren lässt oder welche Ambiente sich komplett ausschließen. So wird es nicht unbedingt sinnvoll sein, den Jugendstil mit Industial Style zu mixen. Schöne Effekte erzielt man aber beispielsweise mit einer Kombination aus Landhausstil und Shabby Chic oder aus Kolonialstil und Hygge, um nur einige mögliche Beispiele zu nennen.